Fischig glücklich…

Ein paar Teiche, hunderte Forellen und Maria’s erstes Mal…

An einem Sonntag hatte ich die Gelegenheit im schönen Suhl in schönster Umgebung des Thüringer Waldes eine kleine Forellenzucht zu besuchen. In den Teichen tummeln sich hunderte Forellen. Sie werden ausschließlich biologisch und selbstverständlich ohne jegliche Zugabe von Medikamenten aufgezogen. Der Besitzer betreibt die Zucht in seiner Freizeit. Sein Hauptabnehmer ist ein beliebtes Fischrestaurant im Ort. Hinzu kommen treu ehemalige Schulkameraden und Nachbarn.

Mir wurde berichtet, dass er das Glück des besten Standortes am Hood hat… So sind seine Teiche die ersten die vom herabfließenden Bach gespeist werden. Super dann muss ich bei meiner Forelle also keine Ausscheidungen und Futterreste von anderen Zuchten in Kauf nehmen… 😀

Hat man einen solchen Forellenpapa zum Freund hat man Glück… Ein kurzer Anruf „Diesen Sonntag bitte 6 Forellen“. Der Papa sitzt dann parat in seiner Hütte und fängt vor deinen Augen ein Paar ausgewachsene Tiere mit dem Kescher. Eine kam für mich in eine Wanne mit der Aufforderung, den Fisch auch mal zu fühlen…

Mit der Berührung wuchs das Mitleid und das Gefühl, dass das alles nicht wirklich natürlich ist. Nicht so vorgesehen und auch irgendwie arrogant.

Fisch aus Angelrutenfischerei fühlt sich für mich ok an, aber die zusammengepferchten Fische in den Teichen… Wobei diese Haltung sicher noch recht natürlich ist. So hatte ich das erste Mal eine gewisse Verbindung zu den Tieren. Bisher waren die Tiere die ich ass doch eher nur tote stücken Fleisch und mir nicht wirklich nahe. Nun, da ich die Tiere tatsächlich am leben so und die Bewegung mit den unglaublichen Muskeln spüren konnte, hatte ich das dumpfe Gefühl, dass es nicht ok ist, die Tiere nur aus Gier zu züchten. Wer sind wir, dass wir uns raus nehmen uns über diese ebenbürtigen Geschöpfe zu stellen? ist diese Nahrung in dieser Masse tatsächlich lebensnotwendig? Ich denke nicht…

Diese Erkenntnis und das Gefühl nicht den, in widerlichster Massenproduktion hergestellten, Müll in mich ein zu füllen ist nicht erst seit ein paar Wochen da. Jedoch ist dies ein weiterer Schlüsselmoment gewesen, der mir auf ein weiteres Mal gezeigt hat, dass es nicht Sinn der Sache sein kann, dass diese Massen nur für unser Vergnügen gehalten und gezüchtet werden.

Unabhängig dieser Erkenntnisse, hat mir der Fisch sehr gut geschmeckt und ich habe ihn mit wirklichem Genuss verspeist. Das ist für mich so auch in Ordnung, denn ich schwöre nur noch Tiere aus möglichst artgerechter Haltung zu essen… Weniger als das akzeptiere ich nicht.

Hierzu habe ich beispielsweise Followfish auch entdeckt. Was ich nämlich defacto nie im Supermarkt gefunden habe, ist Biofisch in möglichst natürlicher Umgebung gefangen. Die Leute von Followfisch haben sich das zu eigen gemacht. Dafür gebe ich gern Geld aus, sofern ich das Gefühl habe mal wieder Fisch zu brauchen…

 

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